Details

Kurzfassung der Geschichte der Bauerschaft Kemminghausen

Auf Grund des Namens, der wegen der Endung „-inghausen“ als sächsisch oder frühgeschichtlich einzustufen ist, kann die Entstehung der Bauerschaft Kemminghausen etwa auf das 6. bis 8. Jahrhundert eingeschätzt werden.
Sie liegt auf dem Eving- Kemminghauser Rücken.
Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte in der „kleineren älteren Vogteirolle vor 1220“ des Grafen von Altena-Isenberg.
Darin sind unter anderem die Orte „Evenecke“, „Holthusen“ und „Redeminchhusen“ aufgeführt. Mit dem letzteren Ort war allerdings „Kedeminchhusen“ gemeint, das heutige Kemminghausen.
In der „Schatzliste der Grafschaftseingesessenen von 1567“ wurden für Kemminghausen 7 Höfe und Kötterstellen aufgeführt, in der „Aufnahme sämtlicher Ländereien der Eingesessenen in der Grafschaft Dortmund“ von 1758 waren es noch 6.
Die Kemminghauser Bauern besaßen bis 1825 gemeinsam mit den Evinger Bauern Rechte an der großen Kemminghauser Heide, die sich vom Grävingholz bis zum Derner Baum erstreckte, und an der Kleinen Heide.
Heute ist die alte Bauerschaft Kemminghausen noch inmitten des ländlichen Raumes erkennbar.

Details

Kurzfassung der Geschichte Oberevings

Siedlungsgeografisch und hofesrechtlich war Obereving eine jüngere Ansiedlung als Niedereving.
Dennoch erhielt der Hof Schulte-Göcking die größte Bedeutung aller Höfe des hiesigen Raumes.
Er war der probsteiliche „Oberhof Evenich“ des freiweltlich-hochadeligen Damenstiftes Essen, dessen Besitz weit im Land verstreut war.
Den Oberhöfen waren Unterhöfe zugeteilt; bereits für 1317 ist das Amt des Schultheißen für den „Oberhof Evenich“ bezeugt.

Details

Kurzfassung der Geschichte des Dorfes Lindenhorst

KircheLindenhorst

Ursprünglich war Lindenhorst kein Bestandteil des alten Reichsgutes Dortmund, sondern das freie Erbgut eines Edelherrengeschlechtes, ein alter Herrenhof.
Die älteste Urkunde datiert aus dem Jahr 1176. Darin übertragen Heinrich von Herreke und seine Frau Adelheid dem Erzstift Köln ihren Privatbesitz zum Lehen, wofür die Güter von der Heeressteuer befreit sein sollen und beide Eheleute eine Lebensrente erhalten sollen.

Ausgenommen von dieser Übertragung wird u.a. Lindenhorst (Lyndenhurst) als Morgengabe der Adelheid, d.h. es bleibt freies Eigentum der Adelheid. Graf Konrad II. von Dortmund heiratete Giseltrudis von Ardey (eine Verwandte der Adelheid), kam dadurch in den Besitz von Lindenhorst und siegelte als erster mit dem Lindenhorster Wappen (6 Schrägbalken und ein Lindenblatt). Nachfolger des Konrad II. wird sein älterer Sohn Herbord, seinem jüngeren Sohn Hermann wird Lindenhorst überlassen. Dessen Sohn wird nach dem Erbstreit – Graf Konrad III. von Dortmund war kinderlos gestorben – Graf Konrad IV. von Dortmund.
1388 – 1390 kam es zur Großen Dortmunder Fehde. Lindenhorst wurde vollständig zerstört, bis auf den Turm auch die Kapelle. Der heute noch vorhandene Kirchturm –vermutlich aus dem 12. Jahrhundert – wurde zu einem Bollwerk ausgebaut.

Der letzte Graf von Dortmund aus dem Hause Lindenhorst war Heinrich II. (der Einäugige), der um 1452 starb und seine Tochter Katharina hinterließ. Sie lebte bis 1534.

Lindenhorst ist in Form eines Rundlings angelegt, eigentlich untypisch für Westdeutschland. Dieser Grundriss ist im Wesentlichen bis heute erhalten. Rundlinge gelten als Schutzanlage; daraus ergibt sich ein Zusammenhang mit der Entstehung Lindenhorsts. Lindenhorst war ursprünglich ein Herrenhof. Zur besseren Verteidigung gruppierte man die einzelnen zum Hof gehörenden Wirtschaftsgebäude und möglicherweise schon vorhandene Freihöfe ringförmig um das Herrenhaus. Man vermutet, dass das Herrenhaus entweder neben der Kirche oder auf dem Gelände des Schultenhofes lag. Dies war die höchste Stelle eines sanften, inselartigen Hügels. Im Norden und bis Südwesten war früher sumpfartiges Gelände, das natürlichen Schutz bot.Schon im Mittelalter werden Bauernhöfe erwähnt; der älteste noch bestehende Hof scheint der von Westermann zu sein.
Ebenfalls sehr alt ist der Hof Middeldorf. Er war Reichshof (bis 1811) und hatte mehrere Sonderrechte, darunter die Befreiung vom Militärdienst.
1758 hatte Lindenhorst 11 Bauernhöfe und Kotten.
Seit dem 18. Jahrhundert gab es in Lindenhorst eine Schule, die von den Kindern aus Lindenhorst, Deusen, Ellinghausen und Holthausen besucht wurde. 1904 wurde Lindenhorst eine eigene selbständige Kirchengemeinde. Das Kirchenschiff neben dem alten Turm wurde 1913 eingeweiht.