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Der Stadtbezirk Dortmund-Eving im Dortmunder Norden

Ein Ortsteil im Grünen

Eving  holthausen  kemminghausen  brechten  lindenhorst

Der Stadtbezirk Eving wurde nach dem 2. Weltkrieg gegründet.
Er umfasst die ehemals selbständigen Ortschaften Brechten (ca. 1000 Jahre alt), Holthausen, Lindenhorst, Eving und Kemminghausen (ca. 800 - 900 Jahre alt).
Die Dörfer wurden in den Jahren 1914 bis 1924 nach Dortmund eingemeindet und bildeten mit anderen Ortsteilen die Großstadt Dortmund.
Sie hatten bis zur Zeit der Industrialisierung landwirtschaftlichen Charakter.
In Eving und Lindenhorst begann 1870 mit der Teufe der ersten Schächte auf den Steinkohlenzechen "Minister Stein" und "Fürst Hardenberg" der Wandel zur Industriegesellschaft.
Die Zechen waren bis zur Stillegung 1987 der Haupterwerbszweig im Stadtbezirk. Die Belegschaft der Bergwerke betrug in Spitzenzeiten über 8.000 Beschäftigte.
Durch den Zuzug von Bergleuten und Vertriebenen aus den ehemaligen Ostgebieten wuchs der Stadtbezirk bis auf 41.000 Einwohner.
Heute beträgt die Zahl der Einwohner  fast 38.000, davon sind ca. 27 % ausländische Bürgerinnen und Bürger.
Der Stadtbezirk unterliegt jetzt dem Strukturwandel zu einer modernen Dienstleistungsgesellschaft.

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Die Wappen

Eving trEving

Das Wappen von Eving ist gevierteilt. Über Kreuz sind zwei Vögel dargestellt, dieses kann als Hinweis auf die früheren Bauernschaften Nieder- und Obereving angesehen werden. Da die Darstellung der Vögel im Originalwappen etwas ungenau ist, kann nicht mit Bestimmtheit gesagt werden, um welche Vögel es sich handelt. Es kann nur vermutet werden, dass es sich um Amseln handelt, eine Untergruppe der Drosseln (Singdrossel), deren Weibchen ein bräunlich schwarzes Gefieder tragen.

 

Brechten trBrechten

Das Wappen von Brechten ist dreigeteilt. Im oberen Teil sind zwei Wiedehopfe dargestellt. Dieses kann als Hinweis auf die beiden Ortsteile Unter- und Oberdorf angesehen werden. Im unteren Teil sind zwei Erntegaben abgebildet, die auf die bäuerliche Tradition des Ortes hinweisen. Der Wiedehopf ist ein scheuer Vogel, der als Lebensraum große Wiesen mit Wallhecken und lichte Waldstücke bevorzugt. Die heutige Brechtener Niederung ist ein solches Gebiet gewesen. Leider kommt der Vogel im heutigen Ortsgebiet nicht mehr vor. Hingewiesen werden kann aber darauf, dass es im Ortsbereich heute eine Straße mit dem Straßennamen „Wiedehopfweg“ gibt.

 

Holthausen trHolthausen

In den Wäldern um Holthausen waren früher häufig Füchse anzutreffen.
Das Wappen von Holthausen ist dreigeteilt mit einem laufendem Fuchs im Oberteil und einem breiten roten Mittelstreifen. Es kann als Hinweis auf die früher waldreiche Umgebung des Ortes angesehen werden, in der es viele Füchse gab.

 

 

Kemminghausen trKemminghausen

Weit verbreitet war es früher, Pfaue auf den Bauernhöfen zu halten.
Das Wappen von Kemminghausen hat einen radschlagenden Pfau im Mittelpunkt.
Diese Darstellung erinnert daran, dass früher auf den Bauernhöfen, neben den Hühnern auch Pfaue zum Geflügelbestand gehörten.

 

 

Lindenhorst trLindenhorst

Im Wappen von Lindenhorst sind im Mittelbereich drei Lindenblätter dargestellt. Dieses ist wohl in Anlehnung an das frühere Adelsgeschlecht der Grafen von Lindenhorst geschehen, in dessen Wappen u.a. ein Lindenblatt vorhanden war.
Es ist gleichzeitig im Zusammenhang mit dem Ortsnamen zu sehen, da ein hochgelegenes Waldstück, das mit Linden bepflanzt war, als Horst bezeichnet wurde.

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Kurzfassung der Geschichte Evings

Eving ist ursprünglich dort entstanden, wo später die Zeche Minister Stein angelegt wurde.
Die erste Siedlung erfolgte wahrscheinlich in vorkarolingischer Zeit, geschützt durch Wald, östlich der alten Nord-Süd-Verbindung, der heutigen B 54 bzw. Evinger Straße.
In der Nähe fließt der Evinger Bach, und Grundwasser ist mit geringen Brunnentiefen zu erschließen.
Der Name des Ortsteils setzt sich zusammen aus „Ev, Eve oder Eb, Ebbe“ für Abhang und „Neck, Nacken“ als Bezeichnung einer Höhe.
Dieser älteste Ortsteil Niedereving war somit eine Siedlung am Abhang einer Höhe: des Externbergs. Grob lässt sie sich auf das 6. bis 8. Jahrhundert datieren.
Erstmals wird Eving urkundlich in der „kleineren älteren Vogteirolle vor 1220“ des Grafen Friedrich von Altena-Isenburg erwähnt.
Als ältester Hof der Bauerschaft Eving wird in Urkunden aus dem 13. Jahrhundert der Hof des Heinrich Wesselmann erwähnt, der sich im Herrschaftsverhältnis des Stiftes Essen befand.
Die „Schatzliste der Grafschaftseingesessenen von 1567“ führt für Eving 18 Höfe und Kötterstellen auf.
Nach 1811 wurden die Höfe des Stiftes Essen, das hier großen Grundbesitz hatte, freies Eigentum der Bauern, die Ablöseverhandlungen zogen sich bis in die 1850er Jahre hin.
Um diese Zeit wurde auch die „Eving-Kemminghauser Heide“, die bis dahin als Gemeinheitsgrund genutzt wurde, auf die Bauern aufgeteilt.
Die älteste Schule gab es wahrscheinlich bereits 1773.